Attacke.

Sie ist es gar nicht mehr gewohnt solche Panik zu kriegen. Ihre Füße brauchen nur Sekundenbruchteile um eiskalt zu werden, sie schwitzt, spürt ihr Herz hämmern und atmet flach. Momente hat sie nur ein schwarz-graues Flattern vor den Augen und muss sich konzentrieren um sie zu schließen und sitzen zu bleiben.
Wenn es vorbei ist, zittern ihr sämtliche Gliedmaßen. Tippen fällt schwer, sie raucht eine Zigarette – für die Nerven, nicht ihren durchdrehenden Körper – und ist sich viel zu bewusst darüber, dass es die letzte für ein paar Wochen ist. Sie will Musik hören um ein Geräusch um sich zu haben außer ihren eigenen Puls. Die Datei zu öffnen dauert so lange, dass sie sich mehrere Male über die Stirn wischt.
Wovor sie Angst hat? Vor dem Kontrollverlust, vor der Abhängigkeit, und nicht zuletzt vor den Schmerzen.
Ein paar Freunde wünschen ihr alles Gute, Glück und ‘Du machst das schon’s. Ein paar andere nehmen sich frei um sich zu kümmern, bringen Filme und Bücher. Ihre Großmutter hat versprochen eine Kerze anzuzünden.
Sie freut sich auf die Erleichterung, dass es funktioniert hat und auf die schmerzfreien Tage, die bald kommen werden. Sie freut sich auf das ‘Keine Komplikationen’ und auf das ‘Wir sehen uns in einem halben Jahr wieder’. Denn sie hat darauf hingearbeitet, hat es sich überlegt und dann angefangen. Es bleibt die einzig richtige Wahl.
Aber im Moment hat sie vor allem: kalte Füße und ein rasendes Herz.


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