Ungläubige!
Ein Mensch ohne Gott ist wie ein Fisch ohne Fahrrad.
Sie ist getauft. Sie las die Bibel, auch wenn sie zu jung war um sie zu verstehen. Sie empfing die Kommunion als sie noch nicht einmal wusste, wie man das schreibt. Sie verweigerte die Firmung und trat aus der katholischen Kirche aus als sie die Schule beendet hatte.
Immer, wenn sie darauf stößt (und gerade gibt es Anlass dazu), windet sie sich vor Abscheu. Ihr Schädel dröhnt vor lauter Unverständnis.
Sie wohnt gegenüber einer Kirche – sie weiß nicht einmal ob sie katholisch oder evangelisch ist. Sie hört gerne die Orgel, wenn sie im Treppenhaus raucht. Sie mag die Glocken, auch sonntags morgens. Sie liebt es im Vorbeigehen ihre Hände an der Mauer entlang fahren zu lassen oder auf einer Bank unter der Bäumen vorm Eingang zu sitzen.
Sie kann die schiefen Blicke kaum ertragen, die ihr entgegen gebracht werden, wenn sie von dem Gang zum Amtsgericht erzählt und sich darüber aufregt, dass der Schritt zur Konfessionslosigkeit sie auch noch Geld gekostet hat. Schiefe Blicke von Gleichaltrigen, die ebensowenig an einen Gott glauben; die es aber gewohnt sind ‘katholisch’ genannt zu werden. Sie erträgt es kaum, dass jemand ihr doch so einfaches Argument ‘Ich glaube nicht’ außer Kraft zu setzen versucht, es nicht verstehen kann.
Es ist nachvollziehbar an etwas höheres zu denken, zu glauben. Es kann Dinge erklären, die man anders nicht versteht.
Sie betrachtet es als unmenschlich, was jede Religion der Welt antut. Die vorgehaltene Gemeinschaft, den Hass, den Krieg. Niemand in diesen Kreisen sieht, wie er den eigenen Gott oder die Götter zum personifizierten Bösen macht und sich selbst zum Tyrann.
In der fünften Klasse hatte sie ein „sehr gut“ im Schulfach ‘Religion’. Die Klasse sollte über ihre Vorbilder schreiben, über ihre Idiole. Eine Hausaufgabe. Ihre Überschrift war Ich habe kein Vorbild. Ihr letzter Satz war Ich glaube nur an mich selbst.
So drastisch würde sie es heute nicht mehr formulieren. Sie verlässt sich auf viele Freunde und glaubt an Freundschaft als solche, an Liebe, an Zukunft, an so viele Dinge. Nur eben nicht an ein Wesen, was sie leitet oder beschützt. Weil dieser Glaube in der Welt schon so viel zerstört hat. Das ist unfassbar. Und es macht sie unfassbar… traurig. Wütend.
-> Nachtrag vom 07.02.09 <-
Ich erhielt einen Kommentar, in denen Bibelstellen zitiert werden, ganz zu schweigen von Halbsätzen wie „so wir ihm gehorchen“; wurde natürlich sofort gelöscht. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie jemand davon ausgehen kann, etwas derartiges würde ich auf diesem Blog freigeben.
Doch eine interessante Stelle waren darin:
„Die Schlange und Widersacher Gottes, ist der zweite anmaßende und selbstberufene Interpret, der oder die, das Wort Gottes und wahre Theologie verfälscht um Menschen von Gott abfallen zu lassen, darum heißt er auch Widersacher.“
Was zum Teufel (bewusste Wortwahl) soll das (rhetorische Frage -> ich werde auf keine Diskussion eingehen) ? Genau das ist gemeint mit Hass und Krieg.
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- Published:
- 6. Februar 2009 / 20:48
- Category:
- In Gedanken leben
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